Jubiläumsausstellung

Kultur. Töne. Leidenschaft. Der Bunker 1956–2026

Zum 70/30-Jubiläum des Bunker Ulmenwall im Jahr 2026, der seit 70 Jahren Kulturstätte und seit 30 Jahren als Verein organisiert ist, blickt die Ausstellung »Kultur. Töne. Leidenschaft. Der Bunker 1956–2026« auf die bewegte und vielfältige Geschichte eines außergewöhnlichen Ortes zurück.

Mit Plakaten und Fotografien, Archivmaterial und Objekten eröffnet die Ausstellung Einblicke in sieben Jahrzehnte Bielefelder Kulturgeschichte. Sie erzählt von den Anfängen des Bunkers als Spielort der Bielefelder Puppenspiele ebenso wie von seiner Entwicklung zu einem international bekannten und renommierten Musik- und Jazzclub. Sichtbar wird die kontinuierliche Jugendarbeit, die den Ort seit seinen frühen Jahren prägt, ebenso wie seine literarischen und künstlerischen Facetten. Und natürlich spielen auch die Menschen eine Rolle, ohne die es den Bunker in dieser Form nicht gäbe: Die Engagierten, die ihn über Jahrzehnte hinweg geprägt haben, heute als Aktive im Verein und schon lange davor. Und die zahlreichen Künstler*innen, Jugendlichen sowie Besucher*innen und Wegbegleiter*innen, die den Bunker zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Die Ausstellung zeigt damit nicht nur die Geschichte einer Kulturstätte, sondern auch die eines Ortes, der tief in der Bielefelder Stadtgesellschaft verankert ist. Über Jahrzehnte hinweg war und ist der Bunker Ulmenwall ein Treffpunkt für unterschiedliche Szenen und Communities, ein Raum für Experimente und Begegnungen und ein wichtiger Ort für lokale Kultur.

Bis heute steht der Bunker für Jugendkultur, Musik und insbesondere Jazz, für Literatur und Kunst sowie für kulturelle Bildung. Seine Geschichte ist eng mit der Geschichte Bielefelds und seiner kulturellen Entwicklung verbunden – und sie ist zugleich eine Geschichte von Menschen, Ideen, Leidenschaft und dem Wunsch, gemeinsam Kultur zu gestalten.

Die Ausstellung »Kultur. Töne. Leidenschaft. Der Bunker 1956–2026« lädt vom 24. September bis zum 8. November 2026 dazu ein, diese Geschichte anhand vielfältiger Impressionen neu zu entdecken. Es die die Geschichte eines Ortes, der für die lokale Szene, ihre Communities und die Stadt Bielefeld bis heute prägend und unverzichtbar ist. Denn, wie Harry Rowohlt einmal sagte: »Das um den Bunker Ulmenwall herum: das ist Bielefeld.«

Kuration: Markus Felthaus, Wilfried Klei, Dr. Oliver M. Pawlak

Die Ausstellung »Kultur. Töne. Leidenschaft. Der Bunker 1956–2026« wird in Kooperation mit dem Bielefelder Stadtarchiv umgesetzt.

Donnerstag, 24. September 2026
Beginn: 18.00 Uhr
Eintritt: frei

Zeiträume der Ausstellung

Vorzeit 19.12.1946:
„Heim der Bielefelder Jugend“, 1949 Austellung von sogannten „Entarteten Künstlern, 1953 auch tägliche Puppenspiele
1956 – 1961: Bielefelder Puppenspiele und Veranstaltungsort des Bielefelder Jazz-Clubs
1961-1972: Schwarze Wände und Einführung des Bunker-Logos; u.a. Franz-Josef Degenhardt, Hans-Dieter Hüsch, Reinhard Mey, Hannes Wader, Albert Mangelsdorff, erste Finanzierungsprobleme
1973-1981: Etablierung als internatonal angesehener Jugend-und Musikclub; Jan Gabarek, Julie Tippets, John Scofield, Ralph Towner, Wolfgang Dauer, Volker Kriegel, Eberhard Weber, Carla Bley, John Abercrombie usw.
1982-1995: Schwerpunkt auf freie Musik, improvisierten Jazz, aber auch Folk und lokale Szene, amerikanischer  Jazz; Anschaffung des Flügels, Licht- und Tonanlage, Schmalzbrote und Computerclub; Betty Carter, Cassandra Wilson, Bill Frisell, Werner Lämmerhirt, Barbara Buchholz, Alte Leidenschaften, Marc Ribot u.a.
1996-2000: Drohende Schließung, Gründung es Vereins mit dem Ziel Jugendliche und junge Erwachsene an zeitgenössischen Jaz und Improvistion heranzuführen; Peter Brötzmann, Hans Lüdemann, Harry Rowohlt, Fonda/Stevens Group, Charlie Mariano, Rigmor Gustafsson Dietrich Kittner, Albert Magelsdorff, Schlippenbach, Quadro Nuevo, The Necks

2001-2013: Intensivierung der Jugendarbeit u.a. „Get Grooved“ und anderes Schulprojekte, Konzerte außerhalb des Bunkers, Netzwerkarbeit unter dem Namen „GUS“ mit dem Kölner Stadtgarten und dem Dortmunder Domicile; 1. Bunker WeihnachtsMatinee; Soulkiss, Wilbert de Joode, Bohren & Der Club of Gore, Fanfare de la Touffe, Julia Hülsmann, Deep Schrott, Mats Gustafsson, Marc Ducret, Gutbucket, Fred Frith, Matthews Shipp, Michael Schiefel, Tinvall Trio, Satoko Fuji, Gregor Myle, Eivind Aarset, Snarky Puppies u.a.
2014-2026: Jahrzehnt der Auszeichnungen: „Applaus“ Beste Spielstätte Deutschlands, Kulturpreis der Stadt Bielefeld 2019, WDR-Ehrenpreis 2018 u.a.; Konzerte „Unter Ulmen“, Kooperation mit dem WDR-Jazzfest Gütersloh; Dietmar Wischmeyer, Nils Wogram, Eva Klesse, ADHD, Nguygên Lê, Daniel Puente, Brandt-Brauer-Frick, La STPO, Pulsar Trio, Pablo Held, Triosence, Zeitgeisty, Christine Corvisier, Jonas Burgwinkel u.a.